Neue Wege finden – und gehen

In meinem letzten Bloggeintrag (ja, er ist schon etwas älter) habe ich über „die Basis“ und „dass man sein eigenes Geschäftsmodell heute betrachten und bewerten muss“ geschrieben.

In diesem Beitrag werde ich mein entwickeltes Konzept und Vorgehen an einem Beispiel anschaulich darstellen. Dieses Vorgehen basiert auf zwei einfachen Grundelementen:

  1. Betrachtung des bestehenden Geschäftsmodells (Basis)
  2. Findung und Entwicklung neuer Geschäftsideen (Entwicklung)

Im Prinzip klingt dieses Vorgehen sehr einfach – ist es auch. Mir ist der pragmatische und durchführbare Ansatz wichtig. Unternehmen sollen möglichst schnell die Werkzeuge und Mittel erhalten, um sich auf neue Wege einstellen zu können. Eine papiergetriebene und beratungsintensive Zeit wird es mit mir und diesem Modell nicht geben. Dafür agile Werkzeuge, pragmatische Ansichten und durchführbare Handlungsempfehlungen.

Wie gestaltet sich dieses Vorgehen in der Praxis?

Dies werde ich nun anhand meines Beispielkunden, der Muster Gmbh, darstellen. Dieser wurde von mir durch Erfahrungswerte ergänzt, um so ein besseres Verständnis zu erzeugen.

Fakten

  • Branche: Kommunikation
  • Umsatzgenerierung durch: Dienstleistung
  • Mitarbeiter: 45
  • Geschäftsleitung: 2

Die Geschäftsführer der Muster GmbH und ich haben uns auf einer Veranstaltung kennengelernt und die Gespräche bei einem Glas Wein vertieft. Dabei kam die immer wiederkehrende Fragestellung auf, was eine „digitale Transformation“ bringt, bzw. welche Zukunft denn nun weiter gedacht werden soll? Da dies so einfach nicht zu beantworten, der Rahmen nicht der passende war und der Wein sehr gut geschmeckt hat, haben wir vereinbart, dass die Muster GmbH mit mir einen „New Business Workshop“ durchführen wird. Dabei sind wir in dieser Größe und mit dem Umfang von anderthalb Tagen vor Ort ausgegangen. Als Endergebnis erhalten die Geschäftsführer ein Dokument namens „Strategische Handlungsempfehlung“.

Der Workshop – Part I

Der Workshop gliedert sich insgesamt auf anderthalb Tage auf. Der erste Tag ist der anstrengende und motivierende zugleich. In der ersten Hälfte wird das bestehende Geschäftsmodell analysiert, interpretiert und auf Stärken & Schwächen geprüft. Zudem wird das Wertversprechen erfasst.
Hierbei kam bei der Muster GmbH heraus, dass in einigen Bereichen Stärken vorhanden sind, auf die man sich zukünftig verstärkt konzentrieren kann (eine große Stärke: Kundenbindung). Auf der anderen Seite wurden Schwächen festgestellt, die einer schnellen Behandlung bedürfen (ein großes Risiko: Zeitmangel). Natürlich wurden hier bereits erste Ideen gesammelt, da es sich um einen offenen Austausch handelt.

Danach erfolgt der Wechsel von der Basis hin zur Entwicklung; das Verständnis für Geschäftsmodelle wurde am eigenen Modell erarbeitet. Somit können wir uns im zweiten Teil voll auf neue Geschäftsideen und Modelle konzentrieren. Dazu werden im ersten Schritt neue Geschäftsideen gesammelt, bewertet und abschließend in eine Zeit- und Prioritätenskala gesetzt. Im zweiten Schritt werden hiervon ein bis drei Ideen (je nach Einschätzung der Realisierung und Machbarkeit) detaillierter ausgearbeitet.
Bei der Muster GmbH kamen wir insgesamt auf 12 Geschäftsideen, wobei hier auch Vorschläge wie „Golfer Handbuch“ dabei waren (einer der beiden Geschäftsführer golft gerne).
Als relevant wurden 7 Geschäftsideen eingeschätzt, das Handbuch war leider nicht mehr dabei (es landete auf Platz 12). Diese sieben Ideen wurden auf eine Zeitskala von 24 Monaten gesetzt. Ein längerer Zeitraum war nicht sinnvoll, da sich das Geschäft innerhalb dieser Zeit weiter verändern wird.

Unter den sieben Geschäftsideen waren Themen wie weitere Dienstleistungsbereiche aufzubauen, aber auch produktorientierte Ansätze: zeit- und ortsunabhängiges und wiederkehrendes Geschäft! Für ein Dienstleistungsunternehmen natürlich ein sehr spannender Ansatz.
Eines hatte sich bei den sieben Ideen gezeigt: die Branche wurde nicht verlassen; es hat sich aber gezeigt, dass die stärksten Ideen aus Stärken oder Schwächen des bestehenden Modells heraus entstanden sind.
Und es wurden digitale Ansätze gefunden: es handelt sich um digitale Produkte und Lösungen, die weiter vermarktet werden können und auch benötigt werden!

Mit den zwei Top-Ideen haben wir dann detailliertere Planungen zur Umsetzung vorgenommen.

Der Tag endete, alle Teilnehmer waren k.o. zugleich aber auch höchst motiviert. Wir haben einen Termin für den zweiten (halben) Tag vereinbart – dieser soll zwei Wochen später stattfinden. In der Zwischenzeit ist meine Aufgabe das Besprochene, angereichert um Handlungsempfehlungen und Maßnahmen, in ein Dokument einzubetten.

Strategische Handlungsempfehlung

Die strategische Handlungsempfehlung umfasst 20-40 Seiten, je nach vorangegangenem Umfang und enthält:

  • konkrete und umsetzbare Handlungsempfehlungen
  • Pragmatische Tipps
  • Maßnahmen
  • Zeitübersicht
  • Empfehlungen zum weiteren Vorgehen
  • Werkzeuge
  • Strategieempfehlungen

Dieses Dokument ist ein Arbeitsdokument und wird fortlaufend ergänzt und angepasst – es handelt sich schließlich um eine agile Entwicklung!

Der Workshop – Part II

Der zweite Teil dient der weiteren Planung: anhand der strategischen Handlungsempfehlung werden die Inhalte, Aufgaben und Verantwortlichkeiten definiert. Es werden Projektteams festgelegt (agile Teams) und die ersten Aufgabenlisten werden erstellt und vergeben.

Die Muster GmbH konnte in diesem halben Tag alle offenen Fragen stellen, wusste anschließend, wer und wie die weitere Vorgehensweise ist und konnte starten!

Fazit

Mein letzter Bloggeintrag hatte schon den Inhalt, dass man einfach mal machen kann. Mit ein wenig strategischer Planung. Hier wurde dies nun praxisnah dargestellt und durchgeführt. Die Muster GmbH ist aktiv und kann bereits erste Erfolge im neuen Geschäftsmodell verbuchen!

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