Großkonzerne: vom aussterben bedrohte Dinosaurier?

Ich würde zu gerne die Antwort vorweg nehmen, aber dann wäre der Beitrag ja nicht mehr lesenswert.

Ach, wobei: ja, durchaus. Großkonzerne in der heutigen Ausprägung sind vom aussterben bedroht.

Warum?

Auf zahlreichen Veranstaltungen durfte ich verschiedensten Managern (CEO, CIO, CFO, CSO und CxO) lauschen. Meist wurden sie eingeladen, um über Veränderungen am Markt und neue Wettbewerber (beispielsweise ein Automobilhersteller über Google) zu referieren.

Ab und an hatte ich dann auch die Möglichkeit, sofern die Teilnehmer nicht gleich wieder weiter mussten, mich weiter mit ihnen auszutauschen. Oft wurde von Projekten gesprochen, wie man etwas gelöst hat, wie die Auswirkung war und der zeitliche Rahmen.

Und genau bei Themen wie zeitlicher Rahmen wird es spannend: ein CIO eines größeren Unternehmens erzählte, dass sie eine standardisierte Office-Einführung vorgenommen haben. In zweieinhalb Jahren. Das sind fast 1.000 Tage!

Das ist in der heutigen Zeit schon ganz schön viel. Das ist aber noch nicht ein Grund, von einem Dinosauriersterben zu sprechen. Aber ein exzellentes Beispiel.

Große Unternehmen und Konzerne haben ein Problem: sie sind zu schwer. Gerne wird hier die nautische Sprache verwendet: es handelt sich um große Tanker, die nur schwer manövrierfähig sind.

Durch neue Wettbewerber (Google vs. Automobilhersteller) haben diese Tanker ein Problem: sie können nicht schnell, agil und flexibel agieren. Sie brauchen Zeit. Zeit, ist heute ein kostbares Gut geworden. Genau das fehlt den meisten Tankern und kann und wird mittlere bis schwere Probleme hervorbringen.

Einige Konzerne haben darauf reagiert und haben „Speedboote“ zu Wasser gelassen. Sie haben Startups gegründet, bzw. intern ausgerufen, dass Mitarbeiter sich hieran beteiligen können.  (hier ein Artikel der Wirtschaftswoche). Doch wird das reichen?

Die Medien berichten immer wieder, dass Konzerne andere Konzerne kaufen. Beispielsweise Linde, die gerade in einer großen Fusion stecken (Artikel aus dem Handelsblatt).

Doch was kommt bei diesen Fusionen heraus? Noch größere Unternehmen, die sich ineinander integrieren müssen und auf den Markt und schnelle Wettbewerber reagieren sollen?

Das kann logischerweise nicht funktionieren.

Ich vertrete hier inzwischen auch die Ansicht, dass große Unternehmen mittelfristig nicht mehr zeitgemäß sind. Agilität kann in einem großen und prozessorientierten Unternehmen nicht funktionieren.

Ich hoffe darauf, dass dies die betroffenen Unternehmen erkennen und entsprechende Manöver setzen werden. Der Schritt mit den Speedbooten geht auf jeden Fall in die richtige Richtung.

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