Führungslos in die Digitalisierung

Führung polarisiert

Über Führung zu sprechen ist meistens sehr polarisierend: die einen sind selbst in einer Führungsperson, die anderen haben einen verantwortlichen Manager. Eines fällt aber immer stärker auf: einer Führungsrolle wird heute noch mehr Aufmerksamkeit zuteil.

Führung von gestern

In der Vergangenheit gab es zwei klassische Karrierewege:

  1. personelle Führung (Vorgesetzter, Chef, Manager, etc.)
  2. fachliche Führung (Experte, Fachmitarbeiter, Professional, etc.)

Der Weg zum jeweiligen Karriereziel hing von vielen Faktoren ab: der eigene Chef, das eigene Können, die entsprechende Leistungsbereitschaft und oft auch eine entsprechende Betriebszugehörigkeit.

Ein großer Fehler der in der Vergangenheit dabei oft passierte war der, dass meistens die Mitarbeiter befördert (und somit zu einem Manager wurden) wurden, die sich entsprechend platziert hatten. Zudem war auch meist, alleine schon durch ein allgemeingültiges gesellschaftliches Bild, die personelle Führung das erstrebenswerte Ziel.

Also wurden die Menschen befördert, die vielleicht gut in ihrem jeweiligen Job waren, aber nicht die Menschen mit der Persönlichkeit zu einer Führungskraft waren. Dies wurde bereits auch wissenschaftlich im bewiesen und nennt sich das Peter-Prinzip (vgl. Vertrieb)

Der Bedeutung einer Führungsrolle wurde oft nicht die Aufmerksamkeit zuteil die ihr angemessen gewesen wäre.

Diese Auswirkungen sind weitreichend.

Führung heute

Heute stehen wir damit vor mehreren Problemen: wir haben oft Fürhungskräfte, die in der Vergangenheit sich in ihrer Führungsrolle anpassen mussten. Und dabei oft nicht den zukunftsorientierten Blick inne haben.

Und dann kommen Themen wie „Digitalisierung“, „Generation Y“ und „Abschaffung von Hierarchien“ mit hinzu. Wie soll man da als Unternehmen, als Führungskraft und aber auch als Mitarbeiter mit umgehen?

Das Digitalisierung  mehr als nur Technologie ist, sollte inzwischen weitreichend bekannt sein. Auch, dass wir heute vier (4!) Generationen im Arbeitsleben begegnen – weit mehr als in der Vergangenheit. Und die nächste Generation klopft schon an die Tür. Die einhergehende und durch die Digitalisierung bedingte Abschaffung von Hierarchien ist etwas, das vielen Unternehmen und Menschen schwer fällt.

Gedankenspiel

Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten in einem mittelständischen Unternehmen, sind Ende 40 und haben eine leitende Funktion. Sie haben Ihren Firmenwagen (gehobene Mittelwagenklasse), haben Ihren Titel (auf der Visitenkarte) und einen entsprechenden Stand in der Gesellschaft. Vielleicht auch noch ein wunderbares Büro (in der Vergangenheit hätte man noch eine Sekretärin hinzugezählt) und natürlich die entsprechenden finanziellen Mittel. Und nun wird, getrieben durch Veränderung in der Digitalisierung, dies alles abgeschafft. Die bisherige Hierarchie wird über den Haufen geworfen. Mitarbeiter werden gleich-, bzw. in Teams geschaltet. Die Menschen arbeiten projektorientiert, eine Führungskraft im altherkömmlichen Sinn wird nicht mehr benötigt. Die Führung wurde disruptiv.

Wenn Sie sich in dieses Beispiel einmal hineinversetzt haben, wird es für Sie kein sonderlich schöner Gedanke gewesen sein. Um aber auch weiterhin für Mitarbeiter und die Zukunft interessant zu sein, ist genau dieser Schritt erforderlich!

„Mitarbeiter verlassen nicht ihren Job – sondern den Chef.“

Denn wenn hier keine Veränderung erfolgt, wird es schwierig sein Mitarbeiter zu finden und im Unternehmen zu beschäftigen. Reizvoll am Arbeitsmarkt zu sein. Es wird viel über fehlende Arbeitskräfte gesprochen: nicht attraktiv zu sein ist genau einer der Knackpunkte, der immer wichtiger wird!

Führung für morgen

Wenn wir über Führung von morgen sprechen, dann ist dieses „morgen“ nicht weit entfernt. Es ist eine Entwicklung, die jedes Unternehmen anfassen sollte. Führungskräfte wird es weiterhin geben, muss es geben. Aber nicht mehr als klassischen „Direktor“ und schon gar nicht als „Vorgesetzten“ (ein Mensch der einem „vorgesetzt“ wurde). Es muss Menschen geben, die andere Menschen motivieren, begeistern, coachen und zu Bestleistungen befähigen können. Die sich nicht an Statussymbolen festklammern, sondern anderen Menschen ihre Entfaltung ermöglichen.

Erst kürzlich habe ich dazu einen Beitrag im Forbes Magazin gelesen. Der Titel „Millennials And Gen Z Have Lost Trust And Loyalty With Business“. Inhalt war unter anderem, dass es nicht um reinen Profit geht. Es geht auch um die eigene Verwirklichung. Und auch darum, dass wir als Mensch die Welt wieder ein wenig besser machen.

Hierzu ein Zitat, welches ich persönlich dazu grandios finde:

„We are on this planet for a short time. We are all human.“

Genau diese Aussage trifft auf eine neue Führungsmentalität zu!

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