Moderne Gleichberechtigung?

Sexismus, Diversität, Gleichberechtigung – alleine der Umstand, dass wir darüber diskutieren, in einer aufgeklärten Welt, ist erschreckend. Jeder Mensch ist gleich, soll die gleichen Chancen haben, das Gleiche verdienen. Egal ob Frau oder Mann (oder unbestimmtes Geschlecht). Und egal welcher Abstammung.

Ich finde es gleichzeitig sehr gut, dass sich immer mehr Menschen Gehör verschaffen, um für ihre Rechte einzustehen!

Neue Gleichberechtigung

Und ich finde es gut, wenn das Bewusstsein sensibilisiert wird. Aber es ist noch ein langer Weg bis zur wirklichen Gleichberechtigung. Denn auch ich fühle mich neuerdings benachteiligt!

Aber: auch ich fühle mich benachteiligt!

Ich bin vor kurzem Papa geworden. Ich habe dabei ein Lebensmodell gewählt, welches es mir ermöglicht viel für mein Kind da zu sein und mich zu kümmern. Meine Entscheidung und alles ist gut.

Aber: ich muss mich da jetzt natürlich auch mit vielen Themen befassen. Sich um ein Baby zu kümmern – weiß man ja nicht alles (egal ob Frau oder Mann). Dabei hatte ich zwei direkte Erfahrungen, wo ich als Mann sage: das ist für mich keine Gleichberechtigung. Ich fühle mich benachteiligt.

  1. Beispiel: meine Tochter und ich wollten spazieren gehen. Es war relativ frisch draußen (Winter), aber nicht zu kalt. Also habe ich ein wenig gegoogelt und auf einer renommierten Informationsseite Tipps und Tricks zur richtigen Kleiderwahl gefunden. Und was war die beste Aussage dabei? „Mama sollte das Kleine also der Temperatur entsprechend warm anziehen“. Ähm. Ja. Vielleicht war es ironisch gemeint. Mal ernsthaft: warum kann das nicht der Papa machen? Oder warum kann man nicht einfach auf die Eltern an sich verweisen? Nein, die Mama macht das. Wow. Aber stimmt schon, wenn die Mama die Wäsche wäscht, bügelt, zusammenlegt und wegräumt, dann ist sie auch für die Kleidung zum anziehen verantwortlich (Achtung – dieser Satz war ironisch gemeint!).
  2. Beispiel: ich war auf einer Veranstaltung (zugegeben, da war meine Tochter noch nicht da, aber für mich schon sehr präsent). Erfreulich war, dass das veranstaltende Unternehmen, auch an eine moderne Arbeitswelt und an Kinder gedacht hat. Es gab einen Kinderraum. Das finde ich wirklich super! Wirklich (ohne Ironie). Aber was ich nicht toll fand, war die Benennung: er wurde „Mutter-Kind-Raum“ genannt. Yeah. Heißt also, wenn ich als Vater mein Kind mitnehme (Achtung liebe Kunden, Partner und Veranstalter – das werde ich definitiv auch tun!), dann muss ich schauen wo ich bleibe? Ja?

Und ich bin mir sicher, wenn ich jetzt weiter suche, dann war das nur die Spitze des Eisberges.

Wenn ich mir diese beiden Beispiele nun mal so anschaue, mich dann auch noch mit Menschen unterhalte (Frage „wie ist es mit Elternzeit bei euch im Unternehmen?“; Antwort: „Wir haben dazu die Möglichkeit und es ist auch schon frei wählbar. Aber man merkt, dass es bei Kollegen und auch beim Chef einen mitschwingenden Unterton gibt“), dann bleibt für mich nur das Fazit, dass Gleichberechtigung definitiv noch nicht so weit ist, wie wir es alle gerne hätten. Und zwar auch im umgekehrten Sinn! Es gibt auch Männer, die nicht nur eine Karriere als Ziel haben. Sondern sich um ihr Kind kümmern wollen.

Aufruf

Mir geht es nicht darum, dass wir alles auf die Goldwaage legen. Mir geht es aber sehr wohl um einen ordentlichen Umgang und ein Bewusstsein für eine moderne und selbstverständliche Gleichberechtigung. Und dazu gehört es auch, dass sich Männer um ihr Kind kümmern (und sich auch mit Wäsche auskennen!). Und Frauen dafür vielleicht mehr in ihrer Karriere durchstarten. Oder sich vielleicht beide einfach nur aufs Mensch sein konzentrieren, auf ein Kind, dass ein Teil unserer Zukunft sein wird.

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