Geplante Kreativität

In Workshops werde ich oft gefragt, ob Kreativität planbar ist. Darauf antworte ich meist „Klar ist Kreativität planbar. Aber…“. Und dieses „aber“ ist der Knackpunkt.

Aber…

In meinen Workshops geht es sehr oft um freie Kreativität. Heißt, dass das geplante Ende zwar eine Richtung hat, aber kein definiertes Ziel. Oft wird aber mit geplanter Kreativität eine bestimmte und sehr genaue Zielsetzung gemeint. Hierzu ein direktes und persönliches Beispiel:

Beispiel

Ich will aktuell einen Beitrag (Meinungsbild über die Rolle CDO) mit dem Thema „Die Rolle CDO in Unternehmen“ verfassen. Das Ziel ist also eindeutig definiert. Ich schreibe aber gerade diesen Text. Warum? Meine Kreativität in Richtung des genannten Beitrags ist gerade nicht da – aber für diesen Beitrag ist sie perfekt.

Offenes Ziel

Im obigen Beispiel ist also das offene Ziel „Blogbeitrag erstellen“ definiert. Der Inhalt, die Art und Weise spielen dabei keine Rolle. Für das definierte Ziel fehlt mir aber aktuell die benötigte Kreativität.

Abhilfe

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um ein definiertes Ziel und damit einhergehend eine definierte und zielgerichtete Kreativität zu erzeugen. Angefangen bei einem Wechsel des Ortes (erfolgt Donnerstag und Freitag), über eine Pause (bspw. Spaziergang), eine ähnlich gelagerte Richtung (dieser Beitrag) über unterstützende Menschen (Perspektivwechsel) – das alles kann helfen. Es muss aber nicht zwingend helfen.

Kreativität verstehen

Kreativität und neue Gedanken folgen einer einfachen Grundlage. Hierzu bedarf es ein paar einfachen und nachvollziehbaren Schritten. Ein Ergebnis ist garantiert. Mit einem „Aber“. Hier die Schritte:

  1. Konzentriertes Arbeiten am zu behandelnden Thema
    Wichtig dabei ist, dass es zeitlich begrenzt ist. Für meinen Beitrag bedeutet das: eine Stunde Fakten sammeln, zusammentragen und so weit wie möglich eine Grundstruktur erstellen. Nach dieser Stunde (zeitlich begrenzt natürlich nur, wenn kein Fluss entsteht!) höre ich mit dem Beitrag auf. Alles was ich mir jetzt erkämpfen würde, würde nicht meinem Anspruch gerecht werden. Und das Gefühl „ich stecke in einer Sackgasse“ macht sich breit.
  2. Ablenkung
    Der wichtigste Schritt. Und der zeit intensivste. Man hört auf, sich mit dem Thema direkt zu beschäftigen. Aber man vergisst es auch nicht. Wenn man unterwegs ist, in den öffentlichen Verkehrsmitteln, im Auto oder bei einem Spaziergang, denkt man kurz an das Thema. Immer mal wieder. Ohne Zwang. In meinem Beispiel denke ich dann öfter an den Artikel. Immer nur kurz „ah, da ist noch der Artikel“. Das war es.
  3. Geistesblitz
    Und dabei passiert es: der sogenannte „Geistesblitz“. Man denkt kurz an das eigene Thema und einem fällt dabei etwas ein, was genau passen kann (in meinem Fall waren es weitere Meinungen – aber noch nicht der „rote Faden“).

Das „Aber“ hierbei ist, dass diese Methode Zeit braucht. Zeit ist wichtig. Wobei auch dieser Zeitimpuls durch weitere Faktoren verringert werden kann. Beispielsweise ist hier an erster Stelle das Miteinander, als die Einbeziehung von Menschen genannt. Gruppen können durchaus Zeiten der Ablenkung verringern. Diese Zeiten können dann auch durchaus reguliert, d.h. begrenzt sein. Durch den Gruppeneffekt lassen sich somit kreative Aufgabenstellungen auf mehrere Köpfe verteilen.

Fazit

Ein kurzes Fazit hierzu: Kreativität ist planbar. Und Kreativität benötigt Zeit. Und ein wichtiger Faktor sollte dabei nicht vergessen werden: Kreativität benötigt Spaß und Freude an dem Thema, mit dem man sich auseinander setzen will. Dies sind wichtige Grundlagen, sonst wird man es schwer damit haben. Aber auf den „Geistesblitz“ zu warten lohnt sich!

Ein Gedanke zu „Geplante Kreativität

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