Work-Life-Balance

Heute Morgen hatte ich im Radio eine („Die“) Gewissensfrage gehört: es ging um die Frage, ob die eigenen Kinder in Entscheidungen (explizit die Schulauswahl) einbezogen werden sollen, oder nicht. Dabei vertrat eine Diskussionsteilnehmerin die Meinung, dass es früher auch nicht so war und die Schule schließlich nicht zum Spaß sondern zum Lernen da sei. Und die Kinder sich unterzuordnen haben.

Das ließ mich sofort an die Wortzusammensetzung „Work-Life-Balance“ denken.

Arbeit und Leben

Der erste Gedanke, der mir bei Work-Life-Balance immer kommt, ist die Frage, ob es einen Unterschied macht. Arbeit oder Leben. Oder anders gesagt: ist die Arbeit nicht ein Bestandteil des Lebens? Jetzt könnte man „Leben“ auch als „Freizeit“ definieren. Also wäre es dann eine Work-Leisure-Balance. Wobei dann andere Bereiche wieder zu kurz kommen würden: was wäre dann mit der Familie? Mit anderen Bereichen des Lebens allgemein? Ist Ehrenamt „nur“ Freizeit?

Und damit wird eine grundlegende Problematik klar: diese Wortzusammensetzung passt in der engen Definition nicht.

Wenn ich nun auf der einen Seite Arbeit und auf der anderen Seite Leben denke, baue ich dann nicht in meinem Kopf direkt eine Mauer auf? Mauern, die auf mich einwirken und mir meine Arbeit als „Muss“ suggerieren, wobei alles, was nicht-Arbeit ist, gleich viel besser ist?

Ist Arbeit also nun das Gegenteil von Leben? Oder ein Bestandteil?

Leben

Das Leben hat viele Facetten. Eine davon ist die Arbeit. Über die kann man sich definieren. Über Titel, Geld, Statussymbole, die man durch die Arbeit erfährt. Aber heißt das dann auch, dass man damit glücklich wird? Dazu ein Gedankenspiel.

Gedankenspiel

Stellen Sie sich einmal vor, dass Sie heute in Rente gehen. Und auf Ihr Leben zurückblicken. Wie war Ihr Leben bis jetzt? Hat die Arbeit Sie ausgefüllt? Haben Sie Ihr Leben bis dahin genossen? Sind Sie glücklich?

Diese Fragen sind es, die einen nicht erst zur Rente beschäftigen sollten. Sondern jeden Tag. Und wenn man dann noch bedenkt, dass 71 Prozent der deutschen Arbeitnehmer nur Dienst nach Vorschrift machen (Gallup Studie von 2018), dann sollte diese Frage dringend jeder für sich beantworten.

Warten

Wenn ich mit Menschen darüber spreche, gibt es oft auch einen persönlichen Grund oder Einwand, etwas, auf dass sie warten: „wenn die Kinder aus dem Haus sind, dann…“, „wenn ich 40 bin, dann…“ oder „wenn das Haus abgezahlt ist, dann…“.

Wenn man nun das obige Gedankenspiel wieder dazu nimmt, will man sich dann sagen, ich habe immer nur auf externe Faktoren gewartet?

Natürlich heißt es auch nicht, dass man etwas überstürzen sollte. Aber abwarten ist eine Eigenschaft, die einen auf Dauer (siehe wieder Gallup-Studie) nicht glücklicher machen wird.

Fazit

Und so ergeht es Menschen im Alltag. Dies hat einen Einfluss auf Unternehmen, auf ein offenes persönliches Mindset. Auf die persönliche Bereitschaft zur Veränderung. Auch auf Offenheit.

Das ist vielleicht genau etwas, was man für sich selbst überdenken sollte. Das Leben ist zu kurz um auf etwas zu warten.

Hier freue ich mich sehr auf einen Austausch. Persönliche Geschichten haben mein Leben bereichert. Und warten hat mich persönlich nicht weitergebracht. Ich freue mich auf Feedback und Diskussionen (E-Mail).

 

2 Gedanken zu „Work-Life-Balance

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